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Dienstag, 9. September 2008

Urlaub mit Bergen

Eines kann ich sagen: Urlaub mit Bergen UND Kind ist anstrengend. Weil, man will ja da hoch, auf die Berge, und das Kind will das meistens nicht. Zumindest nicht die erste Stunde, da ist es mit Meckern und Maulen beschäftigt. Solange, bis es merkt, dass der Berg nicht flacher wird, je mehr es meckert, sondern dass es eher Kraft kostet, renitent den Berg zu besteigen. Dann beginnt das Kind zu verstummen und resigniert vor sich hin zu stapfen. Irgendwann aber wird es von der Stimmung gepackt und freut sich hie und da an dem, was rechts und links des Weges wächst. Nämlich Fliegenpilze wie gemalt, Moose und Farne so herrlich grün, und da: ein Feuersalamander! Him-, Erd- und Heidelbeeren soweit das Auge schaut, sie werden bereitwillig vernascht und für köstlich erklärt!

Wohlklingende Stille füllt den Äther, alsdann das Gejammere verebbt. Nur Aufstiegsgeräusche und hin und wieder das Krächzen eines Adlers, oder, was wahrscheinlicher ist, einer Bergkrähe. Nun hat sich das Kind gefügt in sein Schicksal und in die Natur, die es völlig ausfüllt, so auch uns. Das ist dann der eigentliche Urlaub.

Aufstieg zur Pühringer Hütte

Samstag, 2. August 2008

Gerbilcontent

Ab heute bin ich Hauptverantwortliche für zwei Rennmäuse.

Alle zwei bis drei Tage, so meine Freundin während der Rennmauspflegeschulung, soll ich, bzw. das Kind, doch bitte dies und das und jenes tun. Aus früheren Zeiten erfahren, konnte ich den ein oder anderen fachlichen Einwurf beitragen, der mich, hoffentlich nicht zu unrecht, als eindeutige Nagetierexpertin auswies. Dass es der fette beige Gerbil zuließ, meine große Nase an seiner kleinen zu reiben, festigte meinen Ruf und schaffte Vertrauen bei den Verreisenden.

Nur, bin ich dessen auch würdig?

Schon treibt mich nämlich die Angst um, ich könnte diese Tierchen einfach VERGESSEN, deswegen blogge ich das mal hier, damit ich es täglich lese. Was meine Freundin gottlob nicht weiß, ist, dass ich seit meiner Jugend (also eben seit der Zeit, zu der ich eigenverantwortlich Kleintiere hielt) regelmäßig wiederkehrende Tiervernachlässigungsträume habe, deren Inhalt mich als verantwortungslos, fahr-und unzuverlässig zeigen. Immer läuft es darauf hinaus, dass es mir plötzlich siedend heiß einfällt, Tiere in Obhut zu haben und seit Tagen, ach was sage ich, Wochen! zu füttern vergaß. Natürlich fällt mir das immer dann ein, wenn ich weit weg bin, das heißt, dass ein langer und beschwerlicher Weg mit vielen Hindernissen (Sackgassen, Umleitungen, Irrwegen) zurück zu legen ist, bevor ich dem dreiviertel verhungerten Tier gegenüber treten kann. Im Traum kommt es dann schließlich auch immer zu einer direkten Konfrontation mit der geschundenen Kreatur, mein Unterbewusstsein erspart mir nicht den Anblick eines bis auf das Skelett abgemagerten Nagers, der sich mit allerletzter Kraft an den Stäben des Käfigs festklammert und mir bang entgegen schnuppert. Auch die Möglichkeit der Vermehrung zieht mein Unterbewusstsein in Betracht, denn in manchen Träumen sehe ich die Käfige plötzlich prall gefüllt mit Nagerleibern, statt wie ursprünglich der Stücker zwei. Wegen des Futtermangels haben die dann angefangen, den eigenen Nachwuchs zu verspeisen und regelrechte Massaker unter den Artgenossen angerichtet. Danach wache ich auf, voll des schlechten Gewissens, wie man sich denken kann. Uff!
Mal sehen, wie Caesar und Dr. Oetker (sic!) meine Pflege bekommt, der eine ist eh reichlich fett – ein bisschen abspecken könnte also nicht schaden.....

Mittwoch, 30. Juli 2008

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Ich schreibe das während mir grad mal wieder alles über den Kopf wächst. Gefühlt bin ich gerade der einsamste Mensch auf der ganzen Welt. Natürlich ist das Humbug. Aber leider weiß das nur mein Kopf. Mein Bauch wiegt mehr. So oder so.

Momentan strengt es mich sehr an, immer hinterher zu sein.
Egal, ob das jetzt der Lohn ist, den ich seit April nicht mehr bekommen habe oder ob es sich um das Kind dreht, das ich zum Gitarre üben (Hausaufgaben machen/Müll runterbringen/Hände waschen/Schlafen gehen/etc.) anhalten muss, und das permanent rebelliert. Ok, das ist wohl mein verdammter Job als Mutter, kann man jetzt sagen. Und: JA! Ich hab's ja so gewollt. Dieses Kind wurde ausgetragen und auf die Welt gepresst, nicht abgesaugt, wie das davor. Also brauch ich jetzt auch nicht jammern, wenn es mal nicht so rund läuft.

Jetzt hab ich mir die Latte schon gar nicht mal hoch gelegt, aber ich komm trotzdem nicht drüber. Scheitern auf niedrigem Niveau. Wie peinlich ist DAS denn!

Freitag, 25. Juli 2008

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Kann mir mal bitte jemand die Ritter Sport weg nehmen?

Samstag, 19. Juli 2008

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Im Alter habe ich nicht nur Sitzheizungen in Autos schätzen gelernt, nein, auch gegen einen soliden Service in der Gastronomie habe ich durchaus nichts einzuwenden.

Damit meine ich natürlich nicht diese unnatürliche Servilität, die so oft im Gewand der floskelhaften Überschwänglichkeit daher kommt und die augenscheinlich der letzten Mitarbeiterschulung geschuldet ist, sondern eine grundsolide, unaufdringliche Aufmerksamkeit, die selbstverständlich kleineren Schwankungen unterworfen sein darf. Wir sind ja alle Menschen und dem entsprechend drauf. Darüber hinaus sollte der Kellner Augen im Kopf haben und damit auch kucken können.

Um mich glücklich zu machen und für den Abend milde zu stimmen, brauche ich eigentlich nur mein Bier und einen Kellner, der anhand meiner Trinkgeschwindigkeit den ungefähren Nachbestellturnus ermessen kann und somit beizeiten bei meinem Tisch steht, um "die Luft aus meinem Glas zu lassen" (beliebter Trinkerterminus).

Bei der Auswahl des Personals müssen daher bestimmte Dinge beachtet werden. Wie wir kürzlich am eigenen Leib erfahren durften, geht es natürlich gar nicht, ca. zwanzigjährige Soziologie- oder Philosophiestudenten einzustellen, und dann auch noch zwei von der Sorte. Die können bestimmt ganz viele tolle Sachen und bestimmt mögen sie liebe und süße Schnuffis sein, doch mit den Gepflogenheiten des Dienstleistungsgewerbes waren sie leider komplett unvertraut. Erstaunt sahen sie sich gegenseitig beim Bier einschenken zu (wie hübsch das doch schäumt, gell?) oder polierten geistesabwesend Gläser, ohne auch nur einmal den Blick in Richtung Gastraum und auf unsere extrem leeren Gläser zu werfen. Eine zeitlang sahen wir uns das ruhig mit an (mal sehen wie lange es dauert bis einer was schnallt!), bis wir zunehmend aus der Fassung gerieten und uns schließlich mit Geräuschen bemerkbar machten, die Bestellabsicht implizierten. Wir sind alt und müssen schließlich mal ins Bett. Da können wir es uns einfach nicht leisten, eine halbe Stunde oder gar länger auf Nachschub zu warten.

Dezentes Gemeckere meinerseits also wegen konkreter Nullcheckerei. Blaue Augen sahen mich fassungslos an. Warum wir nicht gerufen hätten. "Nein, nein" so wir, "so geht das eben nicht in diesem Gewerbe. SIE müssen kommen und UNS fragen, ob wir noch etwas möchten, nicht WIR müssen darum BITTEN, dass wir noch was kriegen!"
Er: "Ach so?"
Wir: "GE-NAU!"
Er: "Aha!"

Ich glaube wirklich, dass er das so herum noch nie betrachtet hatte. Crazy!

Dienstag, 8. Juli 2008

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Wieder groß im kommen: Boxershorts.

Am Nachmittag den Kindsvater mit unserem Kind in der Stadt getroffen. Man habe gerade Unterhosen gekauft, "RICHTIGE", so das Kind. Darauf hin holt der Vater zwei Boxershorts aus dem Rucksack. "Aha,RICHTIGE also", so ich.

Kurze Zeit darauf treffe ich dann die Mutter eines befreundeten Kindes, welches die gleiche Klasse besucht wie meines. Während wir den T-Shirt-Ständer durchkämmen, erzählt sie mir entnervt, dass sie jetzt Boxershorts kaufen muss, denn ihr Max bestehe seit neuestem darauf, nur noch Boxershorts zu tragen. Die anderen Unterhosen seien plötzlich uncool, nämlich. Ein kurzer Informationsabgleich mit der Mutter ergab, dass angeblich Alle aus der Klasse das nun tun, bzw. die coolen halt, wie mich mein Sohn dann am Abendbrottisch berichtigt. Der uncoole Rest trägt die Schlüpfer mit Eingriff aus Opas Wäschekiste.

JESUS CHRISTUS! Jetzt also auch noch Unterhosendebatten.

Montag, 30. Juni 2008

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Letzte Woche traf ich mal wieder auf eine dieser Mütter, die Fotos von ihren Kindern im Geldbeutel tragen. Als es im Biergarten ans Zahlen ging, hielt sie mir plötzlich ihre Börse unter die Nase und sagte: "Schau, das sind sie, meine Drei!"

Das kam komplett unvorbereitet, da wir vorher nämlich mit keinem Wort Kinder erwähnt hatten - weder sie ihre noch ich meines. Kinder - noch dazu wildfremde - interessieren mich noch weniger als Fußball, deshalb hatte ich es sehr schwer, darauf etwas zu sagen. "Wow, alle drei vom gleichen Mann?" war dann bestimmt nicht das, was die gute Frau hören wollte, aber es rutschte mir halt so raus.

Zum Gegenschlag konnte ich nicht ausholen, weil ich keine Bilder vom Kind mit mir rumtrage. Finde ich auch komisch. Schließlich sehe ich ihn ja jeden Tag und außerdem habe ich keine Lust, jedes Mal, wenn ich mir Schuhe kaufe, die ich mir eigentlich nicht leisten kann, per Foto an mein hungerndes Kind zuhause erinnert zu werden. Ist doch durchaus nachvollziehbar, oder? Bei meiner Freundin verhält es sich übrigens so: sie hat ebenfalls kein Foto von ihrer Tochter, dafür aber hat die Tochter ein Foto der Mutter im Geldbeutel. Putzig.

Ich werde wieder dazu übergehen, die Abweseheit eines Bildes in meinem Portemonnaie damit zu erklären, dass das Kind unglaublich hässlich ist und ein Herumzeigen daher nicht angebracht. Dieser kleine Scherz kam zwar schon vor zehn Jahren nur bedingt gut an, aber ich werde ihn noch mal reloaden, bevor ich ihn endgültig ad acta lege.

Donnerstag, 26. Juni 2008

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Eben mit meinen zwei Damen die Runde gedreht. Meiner Bemerkung, dass es sich bei mir so anfühle, als ob beim Traben der Arsch total schwabble, folgten wie aus der Pistole geschossen die Antworten: "Bei mir der Bauch" und "bei mir der Busen". So schwabbelten wir also durch den Hain wie diese drei Affen und gut war's dann auch.

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